|
|
Die integrative Lernstörungstherapie
am MLZ |
Das Therapieziel hinsichtlich des Aufbaus mathematischer Kompetenz ist die Entwicklung grundlegender
Fertigkeiten sowie der sichere Umgang im operativen Bereich, um dem Kind die Grundvoraussetzungen
für den Anschluß an den aktuellen Schulstoff zur Verfügung zu stellen. Da sich
bei vielen Kindern, die uns vorgestellt werden, bereits eine große Diskrepanz zwischen
individuellem Leistungsstand und schulischen Lernzielen ergeben hat, ist eine Voreinschätzung
der Therapiedauer schwer zu geben.
Nach unseren und den Erfahrungswerten verschiedener anderer Therapiezentren dauern die Therapien
zwischen 1 1/2 und 3 Jahren, wobei der größte Prozentsatz bei etwa 2 Jahren liegt.
Der Erfolg einer Therapie hängt entscheidend vom Zeitpunkt der Vorstellung und von der
psychosozialen Gesamtsituation des Kindes ab. In einer Untersuchung zu Therapiemißerfolgen
in der Legasthenietherapie fand Brunsting-Müller (1993), dass die Problembewältigungsstrategien
des Kindes und die Reaktion des sozialen Umfeldes größeren Einfluß auf den
Therapieerfolg haben als Intelligenz oder Sprachbegabung. Dies unterstreicht, welche Bedeutung
einer Früherkennung von Lernstörungen zukommt.
Aufgrund der Notwendigkeit des kleinschrittigen fehleranalytischen Vorgehens, der unterschiedlichen
Therapievoraussetzungen und Lerngeschwindigkeiten muss das therapeutische Vorgehen
explizit
auf das einzelne Kind abgestimmt sein. Weiterhin muss für die Sicherstellung einer
entlastenden Therapiesituation gesorgt werden. Die Dyskalkulietherapie findet daher
als Zweiertherapie in Einzelfällen als Einzeltherapie von ca. 50 Minuten Dauer und anschließender Kurzbesprechung
mit den Eltern statt.
Eine Betreuung in sogenannten "Kleinstgruppen" (3-5 Kinder) widerspricht dem gesamten
Therapiekonzept und führt in aller Regel zu Misserfolgen und damit zu weiteren psychischen
Belastungen der Kinder.
In Einzelfällen werden, wenn es therapeutisch vertretbar ist, auch 2 Sitzungen pro Woche
vereinbart. Die Therapeuten führen regelmäßig therapiebegleitende Förderdiagnostik
durch, die den aktuellen Entwicklungsstand des Kindes zeigt.
Ein sich anschließendes häusliches Trainingsprogramm für das Kind dient der
notwendigen Automatisierung der Lerninhalte und -strategien. Zeit und Umfang ist Teil des jeweils
individuell zu gestaltenden Therapieplans. Da viele Übungen verbalsprachlich durchzuführen
sind, werden die Eltern, sofern möglich, in einer co-therapeutischen Funktion in diese
Formen durch die Therapeuten eingeführt.
Darüber hinaus wird im Rahmen eines Elternseminars (an dem auch die zuständige Lehrkraft
des Kindes teilnehmen kann) den Eltern eine Einführung in die wesentlichen Inhalte und
Maßnahmen der Therapie geben. Lehrer und Arztgespräche sind Teil der Behandlung.
Aus der Komplexität des Erscheinungsbildes der Dyskalkulie ergibt sich, dass die therapeutische
Intervention entwicklungs- und wahrnehmungspsychologische, klinisch-psychologische, pädagogische,
mathematikdidaktische und sachlogische Aspekte umfassen muß. Zu den Aufgaben jedes Lerntherapeuten
gehört die regelmäßige Fortbildung in allen therapierelevanten Bereichen.
| Dortmund, Bochum, Kamen, Unna, Schwerte, Iserlohn, Holzwickede, Menden, Wickede, Lüdenscheid, Werl, Soest, Welver, Hamm, Lünen, Werne, Arnsberg, Hemer, Ahlen, Beckum, Haltern, Lüdinghausen, Olfen, Selm, Datteln, Marl, Dorsten, Recklinghausen, Gelsenkirchen, Herne, Castrop-Rauxel, Essen, Hattingen, Witten, Herdecke, Wetter, Hagen, Velbert, Sprockhövel, Gevelsberg, Wuppertal, Schwelm, Ennepetal, Bottrop, Gladbeck |